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warum ich blogge..

Ganzheitlich-psychologische Ernährungsberatung ist noch etwas recht Unbekanntes und so könnt Ihr mich, meine Beratungsphilosophie und meine Gedanken zu verschiedenen Themen etwas näher kennenlernen.

Ich möchte zu verschiedenen Themen in lockerer Folge etwas schreiben und freue mich auch sehr über Eure Anregungen, Ideen und Verbesserungsvorschläge.

Da meine Alltagssprache Rätoromanisch ist, seid bitte gnädig, falls sich Fehler einschleichen......


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Unverträglichkeiten auf Lebensmittel scheinen im Moment „in“ zu sein. Gefühlt jeder Zweite verträgt irgend etwas nicht oder lässt beim Essen etwas weg. Aber was ist da dran? Haben solche Probleme wirklich zugenommen? Oder sind viele Leute einfach immer unsicherer was die Ernährung angeht? Was ist der Unterschied zwischen einer Allergie und einer Unverträglichkeit, was sind die Beschwerden oder Konsequenzen? Ich kann mir vorstellen, dass das längst nicht alle von Euch interessiert, aber aus eigener Erfahrung interessiert mich das Thema. Die wichtigsten Schlagworte sind Orange markiert, so dass Ihr auch die Möglichkeit habt zum für Euch interessanten Thema zu scrollen, ohne alles lesen zu müssen....

Das wird mein längster Blog ever......

Hier ein Versuch, etwas Überblick zu verschaffen...

Bei einer Unverträglichkeit hat der Körper die Fähigkeit teilweise oder ganz verloren, einen bestimmten Stoff zu verdauen. Es besteht KEINE unmittelbare Lebensgefahr.

Laktoseintoleranz bedeutet, dass das Verdauungssystem das Enzym Lactase nicht oder nur ungenügend produziert. Etwa 15-20% der Schweizer sind davon betroffen, wobei wir eher die Ausnahme als die Regel sind. Der Grossteil der Weltbevölkerung hat eine Laktoseintoleranz. Dann hat man Mühe, Laktose (Milchzucker) zu verdauen und bekommt Blähungen, Durchfall, Bauchweh usw. Die gute Nachricht ist, dass eine geringe Menge Laktose meistens gut vertragen wird. Also etwas Butter oder Rahm, ein Schluck Milch in den Kaffee, sind in der Regel kein Problem. Käse (ausser Frischkäse) enthält keinen Milchzucker und Joghurt wird trotz der Laktose durch die Bakterien und die Säuerung von den meisten auch gut vertragen. Mit einem Latte Macchiato hat man die Toleranzgrenze allerdings garantiert überschritten....

Also,die Menge macht's und inzwischen gibt's viele laktosefreie Varianten an Nahrungsmitteln, aber Achtung! Vieles ist von Natur aus bereits Laktosefrei und man muss nicht zwingend teure Speziallebensmittel kaufen.

Fruktoseintoleranz oder auch Fruktosemalabsorption tritt auf, wenn zu viel Fruktose mit der Nahrung aufgenommen wird. Fruktose ist ein Einfachzucker der in Früchten aber auch im "normalen" Zucker enthalten oder als Zusatz in ganz vielen Produkten drin ist. Der Körper kann nur bis zu einer bestimmten Menge davon Verdauen. Zu viel davon verursachen Darmbeschwerden und Unwohlsein. Etwa 33 % der Menschen kommen schneller an die Aufnahmekapazitätsgrenze. Jeder muss für sich selber herausfinden, wie viel davon verträglich ist. Man kann auf Früchte ausweichen, die weniger Fruktose enthalten und den Zuckerkonsum generell senken. Mit Protein und Fett kombiniert und gekocht ist Fruchtzucker generell besser verträglich.

Glutensensivität (Empfindlichkeit) ist eine Unverträglichkeit gegenüber Weizenbestandteilen, wahrscheinlich NICHT das Gluten. Geschätzt sind 0,5–7 % der Bevölkerung betroffen. Die Symptome sind ähnlich wie bei der Zöliakie, aber OHNE bleibende Schäden. Es gibt keinen Test, wichtig ist Ausschluss einer Zöliakie. Empfohlen wird eine weizenarme Ernährung, wenig wird meist vertragen. Traditionell gebackenes Brot ist oft besser verträglich (Sauerteig, lange Teigführung).

Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) ist eine chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung des Dünndarms, die unbehandelt Spätfolgen haben kann. Nur ca. 1% der Bevölkerung sind betroffen. Die Symptome sind vielfältig, z.B. Müdigkeit, Erschöpfung, Mangelzustände, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen, Knochenschmerzen, Gewichts- und Kraftverlust, verminderte Leistungsfähigkeit, Konzentrationsprobleme, depressive Verstimmungen, Unfruchtbarkeit und Frühgeburten bei Frauen. Bei Kindern können noch Wachstumsstillstand, Entwicklungsverzögerung, Weinerlichkeit und Gereiztheit dazukommen. Das klassische Vollbild einer Zöliakie haben nur 10 bis 20% der Betroffenen. Die Diagnose erfolgt über einen Bluttest und einer Biopsie der Darmschleimhaut. Die glutenfreie Ernährung ist die derzeit einzige bekannte Möglichkeit, um mit Zöliakie gesund und beschwerdefrei zu leben, allenfalls drohen andere Folgeerkrankungen.

Wichtig! Bei Verdacht UNBEDINGT ärztlich abklären BEVOR Glutenhaltige Nahrungsmittel einfach weggelassen werden, sonst wird die Diagnose erschwert.

Gluten ist in Weizen, Roggen, Gerste, Grünkern, Dinkel und daraus hergestellten Produkten enthalten und in vielen Fertigprodukten wie Sossen, Eis, Senf, Ketchup, Backpulver, Bouillon, Pommesfrittes usw.

Glutenfrei sind z.B.Hirse, Amarant, Quinoa, Reis, Kartoffeln, Milch, Fleisch, Früchte, Gemüse.

Es gibt inzwischen viele Glutenfreie Ersatzprodukte, damit nicht auf alles verzichtet werden muss, wie Brot, Pasta usw. Diese sind für Zöliakiepatienten zwingend notwendig. Wichtig! Für gesunde Menschen bringen diese aber absolut keinen Mehrwert, sind also nicht „gesünder“, im Gegenteil, oft enthalten sie viele Zusatzstoffe.

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystems auf an sich harmlose, fremde Substanzen, meistens Eiweissstoffe. Verschiedene Symptome sind möglich, bis hin zum Tod durch Anaphylaktischen Schock. Etwa 35 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind betroffen, 2–4 % der Erwachsene und 7–10 % bei den Kindern (seltener als oft von Patienten vermutet!)

Kreuzallergien spielen im Jugend- und Erwachsenenalter zahlenmässig die grösste Rolle. Strukturen von Pollen- und Nahrungsmittelallergene sind ähnlich und werden vom Immunsystem «verwechselt». Die häufigsten sind z.B. Birkenpollen → Äpfel und Nüsse oder Beifusspollen → Sellerie, Karotten, Fenchel, aber auch Latex → Avocado, Banane, Kiwi, Papaya, Feige.

Gelegentlich lindert sich durch die Pollentherapie mittels Dessensibilisierung auch die Allergie auf Nahrungsmittel.

Worauf man allergisch reagiert ist kulturell scheinbar unterschiedlich. Bei uns gibt es viele Sellerieallergiker, in den USA herrscht die Allergie auf Erdnüsse vor und in Japan ist Fisch der häufigste Auslöser. In den letzten Jahren haben Allergien in Ländern mit hohem Lebensstandard und verbesserter Hygiene allgemein stark zugenommen. Die Gründe sind noch nicht definitiv geklärt.

Die Beschwerden können von Schwellungen von Lippen und Zunge, Asthma und Atemnot, Jucken der Nase, Magen-Darmbeschwerden, Übelkeit, Juckreiz, Ekzeme, Quaddeln bis hin zu Kreislaufproblemen mit Herzstillstand und Tod führen. Sport, Alkohol, Medikamente, Infekte können die Symptome noch verschlimmern.

Die Diagnose erfolgt über Haut- und Blut- und Provokationstests unter ärztlicher Aufsicht. Nach 1–2 Jahren ev. erneut testen (z.B: Milcheiweissallergie bei Kindern). Bei unklaren Beschwerden zuerst Unverträglichkeiten ausschliessen!

Das meiden des Allergens hilft am ehesten um keine Beschwerden zu haben und ist meistens die einzige Therapiemöglichkeit. Das mitführen eines Notfallsets ist notwendig, wenn eine schwere anaphylaktische Reaktion aufgetreten ist (ca, 1⁄4 werden durch Nahrungsmittelallergien ausgelöst, innert wenigen Minuten wird es sehr gefährlich!)

Bei einer Pseudoallergie reagiert der Körper ähnlich wie bei einer Allergie, das Immunsystem ist aber nicht beteiligt. Die Symptome sind unangenehm aber nicht Lebensbedrohlich. Häufigste Auslöser sind Biogene Amine (z.B.Histamin) die in Gärungs-, Reifungs- oder Fermentationsprodukten vorkommen, aber auch in gewissen Früchten, Gemüse, Schoklolade, Wein, Bier, Käse, Walnüssen, Konserven, Fertigprodukten, warm gehaltene oder wieder aufgewärmte Speisen und lang gelagerte Produkten. Seltener sind Zusatzstoffe wie gewisse Farbstoffe, Säuerungs- und Konservierungsmittel oder Arzneimittel wie z.B: Kontrastmittel Auslöser.

Zur Diagnose sollte man eine Zeitlang ein Symptom- und Ernährungstagebuch führen (hohe Schwankungsbreite im Histamingehalt!), und andere Krankheiten, Allergien und Unverträglichkeiten ausschliessen. Diese Diagnose bedeutet NICHT das Weglassen von all diesen Nahrungsmitteln, sondern das Herausfinden, wieviel und was man davon verträgt. Oft gehen einzelne davon und nur die Menge macht den Unterschied.

Fazit

Was mir sehr wichtig ist: Immer ärztlich abklären, bevor man selber Lebensmittel längerfristig einfach weglässt! Gefahr von Mangelerscheinungen! Vorsicht mit alternativen Tests und allerlei gut gemeinten Empfehlungen, Vorsicht mit Selbsttest!

Falls jemand von Euch detailierteres zu einer einzelnen Unverträglichkeit oder Allergie wünscht, meldet Euch...






















wie immer freue ich mich über eure feedbacks....

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10 Punkte



Bun di bun on an alle! Seid Ihr alle gut ins neue Jahr gestartet? Silvester und Neujahr sind ja diese Momente, wo viele nochmals einen Rückblick auf's Alte Jahr machen und oft mit guten Vorsätzen ins neue Jahr starten. Keine Angst, es gibt jetzt keine Diätempfehlungen um Weihnachtszeitkilos abzunehmen oder ähnliches. Aber für meinen ersten Blog des neuen Jahres wollte ich schon auch irgendwie eine Zusammenfassung der mir wichtigen Themen machen. Also Themen, die in der Ganzheitlichen Ernährungsberatung wichtig sind; was Essen, Essverhalten, Bewegung und Entspannung.


1. Was Esse ich ?

Esse ich ausgewogen? Weiss ich wie die Ernährungspyramide aussieht? Wo hat es versteckten Zucker und Fette drin? Habe ich manchmal Heisshunger?

Von jeder Lebensmittelgruppe etwas bei den Hauptmahlzeiten. Vorbereiten, z.B. Vollkornbrot mit Belag (Frischkäse,Tomate, Fettarmes Fleisch, Käse usw.) oder selbstgemachte Salate falls man sich auswärts verpflegen muss. Früchte, Studentenfutter, Joghurt, Müesli, einfach etwas das schmeckt für Zwischenmahlzeiten. Genug und Strukturiert essen damit man für 4-5 Stunden keinen Hunger hat. Flexible Esskontrolle!

2. Trinke ich genug?

Was und wieviel trinke ich?

1.5 - 2 L ungesüsste Getränke lassen unseren Stoffwechsel optimal funktionieren. Wenn wir durstig sind sendet der Körper ähnliche Signale wie bei Hunger, darum bei Hungergefühlen zuerst ein Glas Wasser trinken, essen kann man immer noch...

3. Genussmittel

Wie oft esse ich Süssigkeiten und Snacks? Wie oft trinke ich Süssgetränke und Alkohol?

Einmal täglich eine kleine Portion oder Glas davon bewusst einplanen und dann geniessen, ohne schlechtes Gewissen. Mindestens 2 alkoholfreie Tage die Woche einplanen. Bei alltäglichen Lebensmitteln mal Zucker- oder Fettgehalt anschauen, z.B Fertigmüesli (bis zu 30% Zuckergehalt!!)

4. Qualität

Wo und was kaufe ich ein? Koche ich frisch?

Regional, Bio, Saisonal bevorzugen. Selber kochen, dann weiss man auch was drin ist (sicher weniger Zusatzstoffe und Konsevierungsmittel als in Fertigprodukten)

5. Wie Esse ich?

Wie gross sind meine Portionen? Esse ich zu schnell? Lasse ich nichts übrig? Was passiert mit Resten?

Die Sättigung setzt erst etwa nach 20 Min. ein, darum langsam + bewusst essen. Salat gerne als Vorspeise + Gemüse zur Hauptspeise.

6. Warum esse ich?

Esse ich nur wenn ich Hunger habe bis ich genug habe? Ist Essen Genuss? Esse ich bewusst und lasse mir Zeit? Esse ich oft schnell etwas dazwischen, das mein Körper gar nicht als Mahlzeit registriert?

Essen bewusst geniessen, Lebensmittel essen, die schmecken, aufhören zu essen, wenn man genug hat. Wer auf Diäten setzt, bestimmte Lebensmittel weglässt, sich etwas verbietet, signalisiert dem Körper Hungersnot! Seine Essgründe kennenlernen. Ist es Hunger oder esse ich aus anderen (emotionalen) Gründen?

7. Wo esse ich

Wo esse ich zuhause? Wie ist die Atmosphäre? Wo esse ich wenn ich arbeite?

Schön angerichtet am gedeckten Tisch in ruhiger Atmosphäre (ohne Fernseher, Computer, Stress, Streit) oder an einen schönen Platz sitzen, keine Ablenkung. Langsam und bewusst essen, sich Zeit nehmen und geniessen!

8. Bewege ich mich genug?

Wie oft lasse ich mein Auto stehen und gehe zu Fuss? Nehme ich den Lift oder die Treppe? Könnte ich auch zu Fuss einkaufen oder jemand besuchen? Nehme ich mir die Zeit auch mal für etwas mehr Bewegung?

Schrittzähler benutzen (in den meisten Handys vorhanden), 10000 Schritte sind noch Alltagsbewegung! Auch ein zusätzlicher Spaziergang, ein paar (regelmässige) Kraftübungen zu Hause sind sinvoll. Am Wochenende auch mal etwas längeres planen, Wandern, Skifahren, usw. es soll Spass machen!

9. Bin ich gestresst?

Bei Stress wird Cortisol (ein Stresshormon) ausgeschüttet, dadurch haben wir mehr Hunger auf Fett und Kohlenhydrate.

Sich regelmässige Ausgleiche gönnen; Pausen einplanen, Entspannung, Sport, sich mit Freunden treffen, Hobbys pflegen, usw.

10. Schlafe ich genug?

Eine zu kurze Nachtruhe stört die Zusammenarbeit der Hormone, die das Hungergefühl regulieren.

Mindestens 7-8 Std. schlafen, möglichst etwa zur gleichen Zeit zu Bett gehen. Keine Medien ca. 1 Std. vor dem Schlafengehen, das Blaulicht der Bildschirme hat einen negativen Einfluss auf den Schlaf.


Das ist jetzt einerseits die Quintessenz aus den verschiedenen Blogs, kann aber vielleicht auch ein Ansporn sein, gewisse Verhaltensweisen zu überdenken oder sich neue Ziele fürs 2019 zu setzten. Wenn sich jemand von Euch angesprochen fühlt, so nehmt bitte nur 1 Punkt daraus zum Umsetzten. Erst wenn dieser etwa 3 Wochen geklappt hat und zur Gewohnheit geworden ist, den nächsten in Angriff nehmen. So hat man mehrere Erfolgserlebnisse auf lange Sicht und weniger Enttäuschungen, weil man viel zu viel auf einmal verändern wollte.......


Hier noch meine geliebte "Burrata" in einem Winterrezept:


https://www.coopzeitung.ch/themen/essen-trinken/fooby-rezepte/2019/wintersalat-180507/


Ich hatte leider keine Birnen.......

Naschzeit


Adventszeit ist Naschzeit. Aber aus meinem Bekannntenkreis weiss ich, dass es für viele eine schwierige Zeit ist, essenstechnisch gesehen. Verschiedene Köstlichkeiten werden jetzt überall angeboten, spezielle Leckereien, die es sonst das Jahr über nicht so gibt. Es ist Guetzlizeit, dazu kommen Weihnachtsessen an mehreren Abenden, süsse Geschenke von lieben Menschen und das summiert sich. Und dauernd NEIN sagen oder nur in Massen geniessen fällt scheinbar vielen schwer.

Warum haben wir gerade in dieser Jahreszeit das Bedürfnis nach Süssem? Und (ich zumindest) nach süssen, warmen Getränken? Das ganze Jahr über esse ich gerne täglich etwas kleines Süsses, bei mir persönlich ist das jetzt nicht anders. Ok, es sind jetzt auch eher Guetzli, falls ich welche gebacken habe und zu guten Pralinés fällt es mir auch schwer nein zu sagen. Dazu kommen die Getränke wie heisse Schokolade oder Punsch (gerne auch mit Alkohol, ich sage nur Jägertee!!), vor allem nach einem Spaziergang oder nach dem Skifahren, wenn ich friere....

Warum ist das so? Ich habe recherchiert...

Wegen den Genen

Von allen Geschmacksrichtungen ist „Süss“ bei den meisten Menschen am ausgeprägtesten, signalisiert sie doch, dass ein Lebensmittel nahrhaft und sehr wahrscheinlich ungiftig ist. Zu Zeiten, als wir noch vor dem Säbelzahntiger flüchten mussten, überlebenswichtig.

Haltbarmachung

Zu Zeiten ohne Tiefkühltruhen und Supermärkten mussten Lebensmittel stark gezuckert oder gesalzen werden – das konserviert – damit Früchte und Getreide auch bis zum Frühling hielten. Daher stammt die Tradition der weihnachtlichen Gewürze, die auch heute noch in Gebäck und anderen Süssigkeiten stecken. Ich finde, nur schon der Duft von Vanille oder Zimt wecken Erinnerungen an die Weihnachtszeit.

Prägung

Erziehung, Erfahrungen und andere Einflüsse prägen unser Essverhalten. Kompensiert man Gefühle mit essen? Wurde man als Kind mit Essen belohnt und macht dies heute immer noch unbewusst? Assoziiert man gute Gefühle mit dem Essen? Ich bin davon überzeugt, dass uns solche Faktoren beeinflussen, und zwar jeden.

Unser Hirn

Per Kernspintomografie lässt sich scheinbar nachweisen, dass Lieblingsgerichte bestimmte Areale im Hirn aktivieren, die sonst an der Entstehung von Süchten beteiligt sind. Nur so als Info, für die Schokoladenjunkies unter uns...

Fürs Gemüt

In der dunklen Jahreszeit ist die Serotoninbildung im Hirn durch den Mangel an Sonnenlicht und frischer Luft eingeschränkt. Darum leide im Winter viele Leute an Müdigkeit und einer miesen Stimmunglage bis hin zu leichten Depressionen. Serotonin ist ein Botenstoff, der ein Glücksgefühl hervorruft. Süssigkeiten, vor allem Schokolade, heben den Serotoninspiegel und helfen so auch der Seele durch die dunkle Jahreszeit. Die Lust auf Schokolade ist bei mir zur Zeit eindeutig ausgeprägter als die Lust auf ein Spaziergang bei diesem trüben Wetter...

Das Begehren

Lebkuchen, Zimtsterne, Weihnachtspunsch, Glühwein usw. werden vor allem in der Advents- und Weihnachtszeit hergestellt. Der psychologische Effekt, dass diese guten Sachen nicht immer verfügbar sind, erhöhen das Begehren danach – und das zu einer Jahreszeit, in der der Mensch sich besonders gerne etwa gönnt. Vielleicht sollte ich mal versuchen, Zimtsterne und Punsch im Sommer zu machen....nein, ich glaube das wäre nicht dasselbe.

Das Angebot

Schaut man einen Film, kommen dauernd Reklamen mit Schoggi und Pralinès, beim Einkaufen wird man beinahe vom Angebot von angebotenen Süssigkeiten erschlagen. Überall stehen Schöggeli oder Guetzli auf dem Tisch und im vorbeigehen wird schnell etwas genascht, ohne es wirklich zu registrieren. Das kann sich summieren, ohne dass man wirklich bewusst geniesst, was eigentlich schade ist.

Fazit

Wir sind nicht mehr in der Steinzeit, wir haben Kühlschränke und Weihnachten kommt jedes Jahr mit all seinen guten, leckeren Sachen wieder. Vielleicht sollte man sich auch nicht gerade mit immer sichtbaren Leckereien selber verführen. Also Guetzlideose in den Keller stellen und nur kleine Mengen davon als Dessert nach einem schönen Essen hervorholen.

Schöne Erinnerungen und Gefühle kriegt man auch durch schöne Erlebnisse, wie zum Beispiel mit einem Spaziergang an der frischen Luft zusammen mit lieben Menschen. Oder auch mit dem Backen von Guetzli, dem Riechen der guten Düfte und dem Naschen der Köstlichkeiten, die dabei entstehen. Einfach alles mit Mass und mit Genuss, ohne schlechtes Gewissen. Machen wir daraus ein Erlebnis, das uns für immer positiv in Erinnerung bleibt.

Und übrigens: die meisten Menschen mit Übergewicht nehmen nicht in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr zu, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten...

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine schöne Vorweihnachtszeit, schöne Festtage und einen guten Start ins neue Jahr.

Nach dem letzten Blog wurde ich nach einem guten Wildrezept gefragt; ich muss dazu sagen, ich habe keins! Klar mache ich schon mal ein Gäms- oder Rehrücken, aber nicht irgendwie speziell. Ich koche mit Wildfleisch genau gleich wie mit anderem Fleisch. Z.B. Gulasch und Pilaw aus Voressen; Braten in verschiedenen Varianten; Schnitzel, als Piccata, auch schon paniert, nature oder mit Sosse; Hackfeisch in allen Variationen, als Tätschli, Hackbraten, Lasagne, Bolognese; schöne Teile als Fleischfondue; Filet auch mal als Partyfilet; Geschnetzeltes nach Zürcherart oder auch wie Stroganoff und natürlich dicker geschnittene Steaks mit Kräuterbutter. Falls ich jemand jetzt ganz „Gluschtig“ gemacht habe, könnt ihr mich gerne für ein Rezept kontaktieren...

Aber eines meiner liebsten Rezepte, das gar nichts mit Fleisch zu tun hat, will ich heute mal verraten....

Malfatti

Oft muss es etwas schneller gehen beim Kochen und ich mag sowieso Gerichte, die schnell zubereitet sind und einfache Zutaten benötigen, die man meistens zu Hause hat. Malfatti sind auch eine gute Alternative zu Fertigprodukten wie z.B. Tortellini (die ich selber auch gelegentlich auftische!), weil sie so schnell gemacht sind.

MALFATTI heisst wörtlich übersetzt “schlecht gemacht“ oder „misslungen“, gemäss Internet ist es eine Spezialität aus der Region Emilia Romagna oder aus der Lombardei. Meistens werden sie mit Spinat im Teig zubereitet aber es gibt wahrscheinlich noch hunderte andere Zubereitungsarten, je nach Geschmack. Dieses Rezept begleitet mich schon so lange, dass ich nicht mehr weiss, woher ich es ursprünglich hatte, wahr-scheinlich aus irgend einer Zeitschrift mit dem Thema Italien. Eigentlich bräuchte man Ricotta dazu, aber aus der Not, dass es den hier im Dorfladen nicht gab, habe ich es immer mit Quark zubereitet. Diesen sollte man abtropfen lassen, aber ich mache das nicht und sie gelingen genauso gut.

Ich rezeptiere bewusst für ZWEI Personen, zum Umrechnen auf vier oder eins ist das am einfachsten ( für gute Esser, als Hauptspeise).

Hier das Grundrezept:

250 gr Magerquark

125 gr Hartweizendunst (Spätzlimehl) oder ½ Mehl/ ½ Griess

1 Ei

50 gr Parmesan, gerieben

1 EL Salbei gehackt, (alternativ Spinat, Mangold, o.ä. Blanchiert nach belieben)

Salz, Pfeffer, Muskat

Alles mischen, Teig stehen lassen, bis das leicht gesalzene Wasser knapp kocht, mit zwei Esslöffel Nocken formen und ziehen lassen, bis die Malfatti an die Oberfläche steigen.

2 El Olivenöl

1 Knoblauchzehe, in Scheibchen

1 El Salbei gehackt

in einer Bratpfanne anschwitzen, Malfatti dazugeben und alles zusammen anrichten.


P.P:                542 kcal                  23g Fett                 48g Kohlenhydrate                   36g Eiweiss

Wenn ich schon Rezeptiere, dann hier noch Varianten für andere Ernährungsweisen

Bei Zölliakie: Maisgriess anstatt Hartweizendust

Ei-Allergiker: 1 EL Leinsamen in 3 EL Wasser einweichen und kurz quellen lassen, als Ersatz für ein Ei

Veganer: (falls es die als Blogleser von mir gibt, wenn ich dauernd von Jagd, Fleisch und Milch erzähle...) Ei siehe oben, Veganer Quark auf der Basis von Mandeln oder Cashewkernen oder aus Sojabohnen anstatt auf Milchbasis.

Ausprobieren ob die Varianten funktionieren, bin dankbar für Feedbacks...

Unsere ganze Familie mag Malfattis, entweder wie oben beschrieben oder aber mit Fenchel. Dazu Zwiebel und viel Fenchelin feine Scheibchen schneiden und in Olivenöl solange anbraten, bis alles hellbraun und weich ist. Die abgetropften Malfattis dazugeben, kurz mitbraten und mit viel geriebenem Käse und Maggi geniessen.

(Oh, Schreck, wie ungesund, die Ernährungsberaterin isst Maggi? Gesschmacksverstärker pur, Natriumglutamat, E 621?) Ja, gelegentlich schmeckt mir das gut!!

Gutes gelingen e bun appetit....